{"id":1201,"date":"2011-04-10T17:00:30","date_gmt":"2011-04-10T17:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mathias.hentrich.org\/reise\/?p=1201"},"modified":"2014-06-23T13:40:32","modified_gmt":"2014-06-23T13:40:32","slug":"nepal-kathmandu-3-ge-und-ungewunschte-uberraschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/1201\/nepal-kathmandu-3-ge-und-ungewunschte-uberraschungen\/","title":{"rendered":"Nepal, Kathmandu 3 (Ge- und ungew\u00fcnschte \u00dcberraschungen)"},"content":{"rendered":"<p>09.11.2010<\/p>\n<p>In der letzten Nacht empfahl uns Michael seine Unterkunft. Dort w\u00e4ren nette Mitarbeiter, eine freundliche Atmosph\u00e4re und der f\u00fcr mich ausschlaggebende Punkt: Internetzugriff. So wechselten Thijs und ich vom Hotel Yanki in das Elbrush Hotel auf der anderen Seite von Kathmandu-Thamel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"101109_P1020582_Nepal, Kathmandu, Thamel, Rickshaw_thumb[4]\" src=\"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/wp-content\/uploads\/101109_P1020582_Nepal-Kathmandu-Thamel-Rickshaw_thumb4_thumb.jpg\" alt=\"101109_P1020582_Nepal, Kathmandu, Thamel, Rickshaw_thumb[4]\" width=\"640\" height=\"427\" border=\"0\" \/><br \/>\nDen restlichen Tag erledigte ich ein paar Besorgungen und kutschierte hierf\u00fcr mit den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rikscha\" target=\"_blank\">Fahrradrikschas<\/a> durch die Gegend. Wie durch einen gl\u00fccklichen Zufall traf ich urpl\u00f6tzlich Lars wieder \u2013 meinen Zimmernachbarn aus der Jugendherberge in Xi\u2019an. Diese \u00dcberraschung musste nat\u00fcrlich gefeiert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/wp-content\/uploads\/101110_P1020585_Nepal-Kathmandu-Thamel-Bar-Liveband_thumb1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"101110_P1020585_Nepal, Kathmandu, Thamel, Bar, Liveband_thumb[1]\" src=\"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/wp-content\/uploads\/101110_P1020585_Nepal-Kathmandu-Thamel-Bar-Liveband_thumb1_thumb.jpg\" alt=\"101110_P1020585_Nepal, Kathmandu, Thamel, Bar, Liveband_thumb[1]\" width=\"640\" height=\"427\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\nWir verabredeten uns Abends auf einen gesunden <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bier\" target=\"_blank\">Gerstensaft<\/a> und suchten nach Geh\u00f6r eine Kneipe aus. Hier tanzten die Touris wortw\u00f6rtlich auf den Tischen w\u00e4hrend im Hintergrund eine nepalesische Band <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heavy_Metal\" target=\"_blank\">Heavy Metal<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rock_%E2%80%99n%E2%80%99_Roll\" target=\"_blank\">Rock \u2019n\u2019 Roll<\/a> spielte. Ungew\u00f6hnlich aber durchaus gut. Sp\u00e4ter, auf der Suche nach einer neuen Lokalit\u00e4t, wurden wir beim Herausgehen \u00fcberrascht. Ein nepalesischer Jugendlicher kam angesprungen und begr\u00fc\u00dfte uns aufs Herzlichste. \u201cHey friend, how are you? Good to find you again. What\u2019s up?\u201d Gut, dachte ich, das wird wohl ein Bekannter von Lars sein also bin ich mal freundlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/wp-content\/uploads\/101110_P1020587_Nepal-Kathmandu-Thamel-Bar-Lars-Dieb-Mathias_thumb1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"101110_P1020587_Nepal, Kathmandu, Thamel, Bar, Lars, Dieb, Mathias_thumb[1]\" src=\"https:\/\/mathias.hentrich.org\/reise\/wp-content\/uploads\/101110_P1020587_Nepal-Kathmandu-Thamel-Bar-Lars-Dieb-Mathias_thumb1_thumb.jpg\" alt=\"101110_P1020587_Nepal, Kathmandu, Thamel, Bar, Lars, Dieb, Mathias_thumb[1]\" width=\"640\" height=\"427\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\nZu dritt gingen wir in die n\u00e4chste Bar und laberten ein wenig. Pl\u00f6tzlich stellte sich heraus, dass Lars zu Beginn genau das Gleiche von unserer Bekanntschaft dachte \u2013 nun, ich war ebenfalls nicht der gute Bekannte von dem Nepali-Jungen. Jetzt sa\u00dfen wir hier in einer Bar mit unserem neuen besten Freund in der Mitte und fragten uns, was der Kerl eigentlich will. Beim Bezahlen der Rechnung war dies schnell klar. Leider sind wir auf die Masche nicht angesprungen und haben einfach nicht verstanden, dass wir ihn einladen sollten. Der Besitzer wurde leicht fuchsig mit unserem Freund, wovon wir uns nicht beeindrucken lie\u00dfen. Offenbar kannten die Beiden sich und von daher h\u00e4tte der Kneipenwirt ja wissen m\u00fcssen, was f\u00fcr ein Geselle in unserer Mitte sa\u00df.<br \/>\nUnser neuer Freund war trotz der Nicht-Einladung verdammt anh\u00e4nglich geworden. Nun war es jedoch schon kurz vor halb drei Uhr nachts und irgendwann geht auch der spannendste Abend vorbei. Wir begleiteten Lars zu seiner Unterkunft und ich wollte mich via Fahrradrikscha in Richtung meines Hotels machen. Mein gr\u00f6\u00dfter Fan bestand jedoch unbedingt darauf mich zu begleiten, ich k\u00f6nne ja nachts nicht alleine in Kathmandu sein\u2026 \u2026 Nun ja, Versuche ihn abzusch\u00fctteln halfen nicht und so gesellte er sich neben mir auf die Sitzbank \u2013 man glaubt ja schlie\u00dflich an das Gute im Menschen. Dennoch hielt ich w\u00e4hrend der Fahrt meine H\u00e4nde auf den Taschen mit Portemonnaie und Kamera. Trotz dessen der Kamerad nicht so viel getrunken hatte, tat er auf besoffen und wurde ungem\u00fctlich anh\u00e4nglich. \u201cHey, you are my best friend!\u201d \u2026er legte meinen Arm um die Schulter. \u201cYou are so cool! I can help you to show around.\u201d \u2026und kam mir ziemlich auf die Pelle ger\u00fcckt. Meine Antwort war weniger freundlich, weil er mich echt auf den Zeiger ging: \u201cListen, I\u2019m not gay, so please keep your distance or go away! You understand?\u201d \u201cOk, ok, brother, sorry\u201d \u2026sagte er, positionierte sich ein wenig um, lie\u00df jedoch immer noch seinen Arm um meine Schulter. \u201cAnd, I\u2019m NOT your brother!&#8220; \u2026erwiderte ich nun deutlich ver\u00e4rgert \u00fcber seine penetrante Art. Ich nahm seinen Arm von meiner Schulter und schob ihn weg \u2013 und pl\u00f6tzlich, ganz pl\u00f6tzlich fiel mir der Rei\u00dfverschluss meines Pullis auf. Nie, aber auch nie habe ich in unbekannten Gegenden meine verschlie\u00dfbaren Taschen ge\u00f6ffnet. Warum war also auf einmal die linke Jackentasche meines Pullis ge\u00f6ffnet? Ohne auch nur nachzuschauen, ob etwas fehlte, blaffte ich ihn mit Worten an, die ich \u00f6ffentlich nicht wiedergeben mag. Der Rikscha-Fahrer stoppte sofort, um nachzusehen was da los war. Mein Kollege antworte mit dem Gesicht der blo\u00dfen Entsetzung: \u201cHey brother, I\u2019m not a thief, I didn\u2019t steal you. I like you. You\u2019re my best friend. I\u2019ve nothing from you. Believe me. I\u2019m honest.\u201d Da ich mir aber ziemlich sicher war, dass sich meine Tasche nicht von selbst ge\u00f6ffnet hat und seine Ann\u00e4herungsversuche offenbar nur diesem einen Zweck dienten, lie\u00df ich nicht locker und gab ihm dies auch unmissverst\u00e4ndlich zu verstehen. Als er keinen Ausweg mehr sah, griff er langsam in seine Hosentasche und holte ein Paket Taschent\u00fccher hervor \u2013 meine Taschent\u00fccher! Ich war fassungslos. Hatte der Depp mir doch tats\u00e4chlich Taschent\u00fccher geklaut??! H\u00e4tte er danach gefragt, h\u00e4tte ich sie ihm gerne geschenkt, aber so\u2026 Zudem war es sicher nicht seine Intention es dabei zu belassen. Perplex griff ich meine Taschent\u00fccher und forderte ihn prophylaktisch auf, mir auch die restlichen Dinge zu geben. Der Rikscha-Fahrer hatte den Ernst der Lage erkannt, kam unterst\u00fctzend dazu und durchsuchte den Typen. An seinem Gesichtsausdruck jedoch erkannte ich, der Kerl hat nix mehr. Dieser Abend wahr wohl ein Flop f\u00fcr ihn. Br\u00fcskiert gab ich ihm zu verstehen, er solle sich eine anst\u00e4ndige Arbeit suchen, dankte dem Rikscha-Fahrer f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung und ging die letzten Meter zum Hotel zu Fu\u00df.<br \/>\n*knock*knock* klopfte ich an das Gitter. Immer noch gereizt, grummelte ich vor mich hin und wartete auf den Nachtw\u00e4chter zum \u00d6ffnen des Tors. Pl\u00f6tzlich versp\u00fcrte ich einen leichten Klapps auf den Hintern. \u201cHey Sweetie, how are you?\u201d h\u00f6rte ich eine attraktive Frauenstimme sagen. Erschrocken drehte ich mich um und erwiderte lediglich \u201cWhat???\u201d. Vor mir standen zwei wirklich ansehnliche Frauen um die 25, die keinesfalls wie Prostituierte aussahen. \u201cHey, you look so cute, common let\u2019s go for a drink together.\u201d W\u00e4hrend sie das sagte, musterte sie mich von oben bis unten und strich sich dabei mit der Zunge \u00fcber die Lippen. \u201cWhat?\u201d \u2013 mehr konnte ich wirklich nicht sagen. Was geht denn hier ab, dachte ich. \u201cCommon Sweetie, I like you, I like you a lot.\u201d \u2026erwiderte sie und packte mit ihrer Hand an meine H\u00fcfte. Heidewitzka \u2013 sollte ich Lachen oder Weinen war die Frage. Sie sah wirklich attraktiv aus und wusste offenbar was sie will\u2026 \u201cUhhh, I like your body and your sweet face.\u201d gurrte sie mir zu \u2026aber dennoch\u2026 ich gehe bestimmt kein unn\u00f6tiges Risiko ein\u2026 Au\u00dferdem konnte ich eh nicht mehr als \u201cWhat?\u201d sagen. Mittlerweile war mir die Dame bedrohlich nahe gekommen und ich klebte mit dem R\u00fccken schon am Torgitter. Wann kommt denn nur endlich der Nachtw\u00e4chter? Oder sollte ich es riskieren? Nein, im Leben nicht! Sie umfasste mit beiden H\u00e4nden meine H\u00fcfte und hauchte mir ins Ohr \u201cHoney, please touch me, please, you\u2019re so attractive.\u201d \u2013 Stopp! \u2013 Gedankenpause \u2013 Was geht hier eigentlich ab? \u2013 Bitte versetzt Euch in meine Lage. Vor wenigen Minuten wurde ich fast bestohlen und jetzt klebt eine h\u00fcbsche Unbekannte an mir und will mich auf n\u00e4chtlicher Stra\u00dfe flach legen. Ist hier irgendwo die versteckte Kamera??? K\u00f6nnen diese Eindr\u00fccke noch getoppt werden? \u2026<br \/>\n\u201cHey, hey!\u201d h\u00f6rte ich hinter dem Gitter rufen und der Nachtw\u00e4chter kam angerannt, um mir schnell das Tor zu \u00f6ffnen. Erleichtert schl\u00fcpfte ich hindurch und h\u00f6rte im Hintergrund \u201cHey Sweetie, come back, we can have a lot of fun, you\u2019re so cute, please come back, I like you a lot, we both can show you unforgettable things.\u201d Ich drehte mich um, betrachtete die beiden H\u00fcbschen und dachte nur, ja, das glaub ich euch \u2013 dennoch ist mir das zu risikoreich. Der Nachtw\u00e4chter drehte sich mit ernster Mine zu mir um und versetzte mich mit wenigen Worten in einen Zustand unbeschreiblicher Angst: \u201cSir, you must be careful. This are gents.\u201d \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u2026 \u201cWHAT???!!!\u201d (Irgendwie konnte ich die letzten Minuten nicht mehr sagen.) Ich drehte mich um und betrachtete die Beiden, welche immer noch am Tor hinter mir herriefen. Die sahen nun wirklich nicht wie Gesch\u00f6pfe des m\u00e4nnlichen Geschlechts aus. \u201cSir, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kathoey\" target=\"_blank\">ladyboy<\/a>, sir.\u201d sagte der W\u00e4chter erg\u00e4nzend.<br \/>\nV\u00f6llig schockiert und zitternd bewegte ich mich die Treppen rauf. Was w\u00e4re passiert, wenn der Nachtw\u00e4chter nicht rechtzeitig das Tor ge\u00f6ffnet h\u00e4tte? Irgendwie f\u00fchlte ich mich von der \u00fcberaus direkten Anmache der beiden Transfrauen nahezu vergewaltigt. Thijs war noch wach. Mit einem rasenden Puls erz\u00e4hlte ich ihm die Erlebnisse der vergangenen zehn Minuten. \u2026wie viel kann ein Mensch in so kurzer Zeit erleben\u2026 Mit offenen Augen lag ich im Bett und starrte die Decke an. Am n\u00e4chsten Morgen war ich zwar immer noch fassungslos \u00fcber die letzte Nacht, konnte jedoch schon dar\u00fcber lachen. Zu dem \u201cTatzeitpunkt\u201d und die Stunden danach war ich jedoch echt geschockt. Nun ja, so langsam bewege ich mich immer weiter in andere Kulturen und mit Sicherheit war das nicht das letzte unvergessliche Erlebnis meiner Reise\u2026<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Weiterf\u00fchrende Links:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rikscha\" target=\"_blank\">Fahrradrikscha<\/a> \u2013 Standardfortbewegungsmittel in weiten Teilen Asiens<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bier\" target=\"_blank\">Gerstensaft<\/a> \u2013 Ein beliebtes Getr\u00e4nk in Deutschland und auch anderswo<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heavy_Metal\" target=\"_blank\">Heavy Metal<\/a> \u2013 Musikrichtung des Schwermetalls<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rock_%E2%80%99n%E2%80%99_Roll\" target=\"_blank\">Rock \u2019n\u2019 Roll<\/a> \u2013 Protestmusikstil aus den \u201cUS und A\u201d<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kathoey\" target=\"_blank\">Ladyboy<\/a> \u2013 Zwischen den Geschlechtern<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09.11.2010 In der letzten Nacht empfahl uns Michael seine Unterkunft. 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